Busse

„Transport no problem“, sagte einmal unser Freund O´Neill. Das ist eine andere Geschichte, aber tatsächlich gestaltet sich der „öffentliche Nahverkehr“ verblüffend einfach. Dreh- und Angelpunkt sind die Bushaltestellen „in town“, also in Hillsborough. Davon gibt es auf der ganzen Insel fast keine, in der Hauptstadt aber drei. Der „Busbahnhof“ ist ein wenig versteckt in Nähe des Marktes, aber da Hillsborough insgesamt sehr übersichtlich ist, nicht schwer zu finden. Von dort gehen die Busse in Richtung Tyrell Bay, „Stationen“ sind Brunswick, L’Esterre, Harvey Vale und dann zur Atlantikküste über Belmont. Am Ende - wir sind schließlich auf einer kleinen Insel - landet der Bus wieder in Hillsborough. Die zweite Strecke führt nach Windward via Bogles, und mehr gibt es nicht. Auch auf dieser Strecke kann man nirgends verlorengehen, denn auch sie endet wieder in Hillsborough.

Deshalb unser Tip: Bevor man für teures Geld ein Taxi nimmt, kann man sich für wenig Geld (die Preise sind fest, man wird also nicht über´s Ohr gehauen) erst mal einen Überblick verschaffen und sich einfach mal durch die Gegend kutschieren lassen - vorausgesetzt, man scheut nicht den öfter auch hautengen Kontakt mit den Mitreisenden und bringt Zeit mit. Die Busse sind nämlich Mini-Busse (alle haben einen Namen), und zu Stoßzeiten - vor allem morgens, wenn die Mädchen und Jungs in die Schule müssen und „in town“ die Einkäufe erledigt werden, kann es schon eng werden. Wer sich freut, einen fast leeren Bus ergattert zu haben, tut gut daran, im Rumshop noch eine Cola zu trinken, denn dann ist warten angesagt. Auch wenn ein fast leerer Bus den Motor anwirft, ist das nicht unbedingt gleich ein Grund zu maßloser Freude, denn dann wird einfach mal eine Runde gedreht auf der Suche nach weiteren Passagieren - es können auch durchaus zwei oder drei sein, und wenn noch immer keine weiteren Fahrgäste in Sicht sind, landet man eben wieder auf dem Busbahnhof. Geht die Fahrt dann tatsächlich los, muss man in town mit mehreren Zwischenstopps rechnen.

Es ist ein erstklassiger Service, den die Busfahrer hier anbieten. Alte Damen lassen ihre Einkäufe nämlich im Laden stehen. So müssen sie sich nicht abmühen, denn die Taschen werden nach und nach aufgesammelt. Auch unpraktische Dinge wie Ventilatoren oder Farbkübel werden abgeholt. Die Busfahrer fahren auch mal einen Umweg, um einen Mann mit Gehstock vor die Haustür zu bringen, unterwegs bietet sich auch ab und an ein kleiner Plausch an. Es kann also unter Umständen dauern. Im Bus ist es aber in der Regel immer sehr lustig, und nirgends kann man schneller Kontakt knüpfen, Fragen stellen und Informationen bekommen. Ein Bus funktioniert wie ein sehr billiges Taxi: Außerhalb der Hauptstadt (aber auch dort) stellt man sich einfach an die Straße und wartet. Feste Zeiten gibt es nicht. Morgens fahren die Busse sehr häufig, man wartet selten länger als eine Viertelstunde. Meist kann man sich sogar das Winken ersparen, denn die Busfahrer hupen und fragen aus dem Fenster. Man steigt also ein und fährt, und wenn man aussteigen will, klopft man ans Dach und der Bus hält - wo auch immer, auch mitten in der Pampa. Erst beim Aussteigen wird bezahlt.

Allerdings ist das Vergnügen recht früh am Abend beendet. Die letzten Busse fahren unter der Woche, wenn die Osprey - die Fähre - abends um halb acht oder acht ankommt. Danach ist in der Regel Feierabend, und man muss schon Glück haben, wenn noch ein Bus unterwegs ist. Dann ist man entweder auf seine Beine angewiesen oder man ruft ein Taxi.

Busbahnhof in Hillsborough

Taxis

Ein Taxi benötigt auch, wer mit dem Flieger ankommt oder zum Flughafen will (die Taxis sehen aus wie die Busse, nur haben sie ein Taxi-Schild). Das ist das Privileg der Taxifahrer, Busse verkehren hier nicht. Die Fahrt ist mit rund zehn Euro - je nach Adresse - aber auch erschwinglich. Und auch hier muss man keine Angst haben - die Preise sind ebenfalls fest.

Ein Taxi für Ausflugsfahrten ist eine schöne Sache. In den Fahrzeugen hängen Preislisten zu den unterschiedlichen Zielen aus, dazu bekommt man in der Regel eine Menge Informationen und kann sich den Tag nach Lust und Laune einteilen.

Ein Mietwagen eröffnet die Möglichkeit, die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Es gibt mehrere Anbieter, nach unserer Erfahrung variieren die Preise nicht stark. Allerdings muss man dazu wissen: Um einen Mietwagen fahren zu dürfen, benötigt man einen lokalen Führerschein, der auf der Polizeistation ausgehändigt wird. Dazu muss man den internationalen Führerschein vorlegen, Geduld haben und eine Gebühr abdrücken. Dann darf man drei Monate lang auf Grenada, Carriacou und Petit Martinique herumkutschieren. Das macht aber nur Sinn, wenn man einen Jeep nimmt. Die Straßen im Hinterland - sofern man sie als Straßen bezeichnen kann - sind eine echte Herausforderung, und ein Vierradantrieb allemal von Nutzen. Länger als drei Tage würden wir nicht empfehlen, denn Carriacou ist klein und manchmal geht es sich schneller zu Fuß. Bedenken sollte man auch, dass hier Linksverkehr herrscht, das ist am Anfang verwirrend. Also lieber erst mal in den Bus steigen und gucken, wie das funktioniert (übrigens auch für uns europäische Fußgänger Gewöhnungssache, wenn wir über die Straße wollen). Die Autos, das sollten wir vielleicht noch erwähnen, sind in der Regel Automatik. Schaltgetriebe gibt es sehr selten.

Taxi Gemini

Watertaxi

Carriacou ist eine Insel, und wunderbare Inselchen umgeben sie. Die sollte man unbedingt gesehen haben. Ob zur „Hausinsel“ Sandy Island, nach Mabouya oder White Island, Frigate oder Saline Island, selbst zum „ Anse La Roche“ von Carriacou - eine Fahrt mit einem „speedboat“ ist schon für sich sensationell. Es kann natürlich auch etwas langsamer sein, ein kleines Fischerboot erfüllt den Zweck genauso. Vom Paradise Beach aus bieten solche Trips etwa Cobra und Bow von der Hardwood-Bar an, man kann aber auch einfach mal rumfragen. In Harvey Vale und Windward gibt es ebenfalls Fischer, die einen gerne an einem Strand absetzen.

Speedboat, Watertaxi

Fahrräder

Die Insel mit dem Fahrrad zu erkunden, ist inzwischen auch kein Problem mehr. Es gibt mehrere Anbieter, die Drahtesel verleihen
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