Rumshop

Die meisten einschlägigen Reiseführer vermelden, dass sich nach Carriacou höchstens ein Ausflug lohnt: Morgens mit der Fähre hin, am späten Nachmittag wieder zurück. Stattdessen wird Grenada, die Hauptinsel, in aller Ausführlichkeit als Perle der Karibik gelobt, nicht zuletzt der "Grand Anse", wo sich die Hotels mit Discotheken und Einkaufsschuppen abwechseln. Erwähnenswert für Carriacou gelten meist nur Sandy Island, das provinzielle Flair und die vielen Rumshops.

Vieles können Sie glauben. Gemessen an jenen Orten, zu denen Touristen üblicherweise pilgern, ist auf Carriacou tote Hose. In allerlei Hinsicht geht es hier tatsächlich locker ab und Rum können Sie an jeder Ecke kaufen. Auch den berüchtigten "Jack Iron" (liebevoll kurz "Jack" genannt), der wohl eher für medizinische Zwecke taugt, aber trotzdem in rauhen Mengen getrunken wird.

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Carriacou und einigen
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Vergessen konnte man für einige Jahre die Postkartenidylle von "Sandy", von der nach zwei Hurricanes und einigen Tropenstürmen nicht mehr viel übrig war. Die Insel war ziemlich kahl geworden. Inzwischen sind einige der 200 Palmen, die neu angepflanzt wurden, kräftig gewachsen. Offensichtlich haben die Kuhfladen, die laut Marius jeder Palme zum Start mitgegeben wurden, ordentlich gewirkt. Es gibt also wieder schattige Plätze auf der Insel mit Robinson-Feeling. Und die Fische, die sich in den Riffen rings um diese Insel tummeln, machen jeden Ausflug lohnend.

Blick auf Sandy Island
Strandbar

Aber eigentlich können Sie auch das mit der "toten Hose" vergessen. Erstens, weil sich nachweislich einer der Jungs von den "Toten Hosen" hier schon vom Punk erholt hat. Zweitens: Wer sich vom Sonnenbad am Strand aufraffen kann, wird schnell feststellen, dass dauernd an jeder Ecke was los ist. Genießen Sie die Steelband am Freitagabend in der Tyrell Bay, holen Sie sich ein chicken beim Old Rum Shop, versuchen Sie bei Swampy hinter die Geheimnisse des Dominospiels zu kommen (ist gar nicht so einfach), oder legen Sie sich einfach in die Hängematte bei "Banana Joe´s Bamboo Brunch Bar".  Wer richtig hart drauf ist, kann natürlich freitags so ab Mitternacht im „Galaxy“ vorbeischauen, eine der führenden örtlichen Discotheken. Das ist zwar nur ein Bretterschuppen, dafür ist die Musik umso lauter. Moderater laden die „Country Boys“ ein bis zwei Mal im Monat zum Paartanz in die Coconut Bar in Hillsborough, am Samstag finden im La Playa Jam-Sessions statt. Musikalische Events gibt es auch immer mal wieder in der Pizzeria in Harvey Vale. Inzwischen fahren auch zumindest am Wochenende abends Busse, die gezielt die gebotenen Sensationen anfahren.

Infos

carriacoupetitemartinique.com

grenadagrenadines.com

 

Man muss in Carriacou nicht die Flaschen buckeln, um sich wie Mike Nelson oder Hans Hass fühlen zu dürfen (das ist natürlich nur für Ü 50 verständlich). Wenn Sie Glück haben, begegnen Sie mit Schnorchel und Maske auch schon mal direkt am Strand einem Rochen oder gar einem Barracuda. Aber keine Bange, der tut Ihnen nichts. Normalerweise müssen Sie sich für solche Begegnungen auch von einem der freundlichen fishermen rausfahren lassen, entweder zu einer der Inseln oder zum "Anse la Roche". Und muss es denn unbedingt ein Barracuda sein? Klar, damit kann man zu Hause angeben, aber die roten Soldatenfische, die Papageien- und Doktorfische, die Juwelenbarsche und Schnapper sind wunderschön, und eine kleine Muräne ist auch schon ganz schön gruselig. Und das alles können Sie schon in den kleinen Riffen 200 Meter vom Strand entfernt bewundern.

Riff, Unterwasseraufnahme
Blick auf das Meer und Sandy Island

Aber wo wirklich was los ist - das ist draußen auf dem Meer. Wenn Sie gut drauf kommen, werden Sie spätestens nach ein paar Tagen merken, dass Einstein völlig recht hatte: Die Zeit verändert sich. Sie liegen gemütlich am Strand, lesen ein Buch und nichts passiert. Aber genau das ist ja möglicherweise der Grund, warum Sie hierher  gekommen sind. Sie schauen zwischendurch mal raus aufs Meer, bemerken am Horizont ein Schiff, das über das Wasser kriecht und wenden sich wieder Ihrem Buch zu. Klar, nach ein paar Minuten kucken Sie noch mal nach, was denn da inzwischen passiert ist (so sind wir's gewöhnt, man will ja nichts verpassen) und das Schiff ist ein Stück weitergekrochen. Das wiederholt sich, aber irgendwann einmal ist es verschwunden. Und Sie wundern sich, wo es denn abgeblieben ist - so schnell ...

Wenn Sie so weit gekommen sind, dann sind Sie tatsächlich angekommen. Nicht mit der Osprey, nicht mit dem Flugzeug, nicht mit der Yacht - dann sind Sie selbst angekommen.

 
  .... schlafen