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Mai 2013

Hurrikan-Vorhersage 2013

In wenigen Wochen ist es wieder soweit: Am 1. Juni beginnt offiziell die Hurrikan-Saison. Die Meteorologen der Colorado State University (CSU) haben nun ihre Vorhersage für den Atlantik veröffentlicht, und was soll ich sagen? Das sieht nicht gut aus. Das Team prognostiziert Aktivitäten über dem Durchschnitt mit 18 Stürmen bis zum 30. November. Neun davon werden sich zu Hurrikanen entwickeln, wiederum vier davon werden sog. „major hurricanes“ (ab Kategorie 3) sein mit Windgeschwindigkeiten von 178km/h oder mehr. Das drohende Unheil ist in zwei Faktoren begründet, wie Phil Klotzbach vom CSU Tropical Meterology Project erklärt: „Der tropische Atlantik hat sich während der letzten Monate ungewöhnlich erwärmt, und das Auftreten eines El Nino-Phänomens in diesem Sommer und Herbst ist unwahrscheinlich.“ Die Wahrscheinlichkeit eines „major hurricane“ in der Karibik liegt 2013 bei 61 Prozent. In den letzten hundert Jahren lag der Durchschnitt bei 42 Prozent.

Und dies sind die Namen der diesjährigen Bösewichter:

Andrea, Barry, Chantal, Dorian, Erin, Fernand, Gabrielle, Humberto, Ingrid, Jerry, Karen, Lorenzo, Melissa, Nestor, Olga, Pablo, Rebekah, Sebastien, Tanya, Van, Wendy.

Satelittenbild des Hurrican Iwan

Mai 2013

Haushalt: Projekte für Grenada, Carriacou & Petite Martinique

Am 16. April hat Premierminister Keith Mitchell den Haushalt für 2013 eingebracht. Angesichts einer desaströsen Wirtschaftslage stehen die exorbitante Verschuldung sowie die hohe Arbeitslosigkeit (vor allem auch der jungen Generation) im Mittelpunkt. Die NNP hat ein umfangreiches Maßnahmenprogramm auf die Agenda gesetzt, das vor allem auf Wachstum setzt. Zentrale Punkte sind Infrastruktur, die Ankurbelung des Baugewerbes, Verbesserungen im Tourismus-Bereich, Bildungschancen für Jugendliche und regenerative Energien. Die Regierung verspricht, an die tausend Arbeitsplätze zu schaffen. Gleichzeitig soll die Bevölkerung  im Bereich der Mehrwertsteuer teilweise entlastet werden. Vor allem Baumaterial soll nur noch mit fünf Prozent (statt bisher 16) besteuert werden, auch Fischer können profitieren. Im Agrarbereich sollen Farmer mit kostenlosem Saatgut und Dünger in Höhe von einer Million EC unterstützt werden.

Im sozialen Bereich sollen die teils verheerenden Zustände im General Hospital in St. George´s beseitigt und die Altenpflege ausgebaut werden. Die seit langem geforderte gesonderte Einrichtung für jugendliche Straftäter wird umgesetzt.

Der Katalog ist angesichts der Finanzlage erstaunlich umfangreich. Möglich ist dies nur durch Komplementärgelder vieler Länder und ausländische Investoren. So wird (wie bereits berichtet) in Carriacou eine Windkraftanlage mit Hilfe der EU errichtet. Auch die Arbeiten an der Marina in Harvey Vale werden wieder aufgenommen. Geplant sind auch Straßenbauprojekte und ein Sportfeld für Petite Martinique. Der seit langem avisierte Ausbau des Lauriston Airport in Carriacou ist ebenfalls wieder im Gespräch. Insgesamt sind für die beiden „Schwesterinseln“ 18,5 Millionen EC-Dollar im Haushalt eingeplant, wovon 7,4 Millionen auf Investitionen entfallen.

Blick auf den Lauriston Airport, Carriacou

Februar 2013

Grenada hat gewählt!

Mit diesem Ergebnis haben im Vorfeld auch Analysten nicht gerechnet: Bei der Wahl am 19. Februar gelang der New National Pary (NNP) ein Erdrutsch-Sieg über die bisherige Regierung des National Democratic Congress (NDC) unter der Führung von Tillman Thomas.  Die NNP errang sensationell sämtliche 15 Sitze des Parlaments. Nach über vier Jahren wird damit Keith Mitchell erneut Staatsoberhaupt.  Wahlberechtigt waren über 62.000 Wählerinnen und Wähler, die Wahlbeteiligung lag bei 83 Prozent.

keith mitchell, alter und neuer Prime

Februar 2013

Laut, bunt, erotisch: Carnival

Socca, Calypso, Steelpan - mit heißen Rhythmen, furchteinflößenden „Jabjabs“, schönen Frauen und farbenfrohen Kostümen feierten die Carriacouans auch dieses Jahr wieder Carnival. Erster Höhepunkt war natürlich (nach einer die ganze Nacht dauernden Party) der „Jouvert“ (bei uns Rosenmontag). In den frühesten Morgenstunden traf man sich „in town“ (Hillsborough) zur traditionellen „Farbenschlacht“ und zum „wining“ (einem nicht jugendfreien Tanzstil). Am Dienstag folgte dann die in der Karibik einzigartige „Shakespeare Mas“ und die Parade. Als ärgerlich empfanden viele, dass die Regierung mit Verweis auf die baldige Wahl den Karneval ausdrücklich nicht zu Ferientagen erklärt hatte. Die sonst sehr zahlreichen Gäste vom „mainland“ Grenada waren dieses Jahr also deutlich geringer. In Carriacou indessen interessierte das Verbot übrigens niemanden.  Es wurde schlicht ignoriert, sofern man überhaupt etwas davon gehört hatte!

carneval

Januar 2013

Hurra, es regnet!

Seit einigen Tagen, mit dem Aufkommen der sog. „Christmas Winds“, regnet es immer mal wieder. Genau genommen tröpfelt es, tropft es, gießt es wie aus Kübeln, als Platzregen, als längerer Landregen, als Ein-Wolken-Bruch, als Kabumm-Gewitter, dass man sich ob der grellsten Blitze am liebsten unters Bett flüchten möchte (gibt ja keine Blitzableiter hier – aber in Bayern auch nicht, hab ich gelesen – ob das stimmt?). Es nervt ein wenig, denn obwohl ja fast täglich trotzdem die Sonne für mehrere Stunden wieder scheint, ist das Meer aufgewühlt, kabbelig, am Strand – und nicht nur da - bläst es. Kurzum, es macht keinen so großen Spaß mehr. Trotzdem ist das hier kaum ein Grund zur Klage, hat doch das Landwirtschaftsministerium noch vor vier Wochen recht Panik geschoben und vor einer erneuten möglichen Dürre in den ersten „Frühlingsmonaten“ gewarnt, und es sah auch nicht gut aus angesichts einer viel zu trockenen Regenzeit. Nun haben sich die Zisternen wieder gefüllt, nicht alle sind bereits ganz voll, aber die meisten Bewohner/-innen sind nun ganz guter Dinge und die Pflanzen und Tiere glücklich: Zum Beginn der Trockenzeit präsentiert sich Carriacou von seiner grünen Seite, alles tankt noch einmal Kraft, denn bis Juni ist es noch lange hin. Natürlich macht sich auch hier der Klimawandel bemerkbar, und vielleicht wandelt sich die „dry season“ immer mehr, wer weiß das schon? Wir nicht, und deshalb sind wir – auch wenn es für die (wenigen) Tourist/-innen vielleicht nicht ganz der Traumurlaub ist – doch ganz zufrieden mit dem Trommeln auf dem Wellblechdach, das uns  nachts aus dem Schlaf holt, mit einer grauen Aussicht – oder auch Nicht-Sicht auf den Hafen, mit einem  Fluch, mit dem wir die Wäsche von der Leine zu retten versuchen. Denn immerhin können wir uns mehrere Duschen am Tag genehmigen, sogar das Klo nach jedem Pinkeln spülen (ja, was denkt ihr denn?), dem vergnügten Zirpen der Grillen lauschen und dem übermütigen Gequatsche der Vögelchen zuhören. Na, um die Idylle mal nicht zu übertreiben: wir können uns auch von den wie blöd schlüpfenden Moskitos stechen lassen, die unglaublich widerlichen Kröten in Scharen durch den Garten hüpfen sehen (ja, sorry, liebe Tierfreund/-innen, aber die  sind nicht nett und gehören hier nicht hin – feindliche Übernahme) und uns fragen, ob wir wirklich durch den lehmigen Dreck stapfen, mit der Karre die Schlammbahn runterschlittern oder doch lieber zuhause bleiben wollen. So oder so: Wasser ist Leben. Das lernt man hier schnell. Anderswo wird es vielleicht länger dauern. Aber dann haben wir ein paar Überlebenstipps.

Regen

Januar 2013

Blutzuckermessgeräte gesucht

Im Bereich der Altenpflege tut sich einiges, aber wie so oft, hängt vieles  wieder am schnöden Mammon. In einem Gespräch mit der zuständigen Staatssekretärin Bernadette Lendore-Sylvester und der Sozialarbeiterin Susan Peters haben sie vor allem den Mangel an Blutzuckermessgeräten beklagt, die im Bereich der stationären, mehr aber noch in der ambulanten Pflege fehlen. Wer hier eine Spende machen will, darf sehr gerne mit uns Kontakt aufnehmen, wir sind auch ausdrücklich authorisiert und aufgefordert, den Kontakt zum Ministerium herzustellen, denn Frau Lendore-Sylvester bürgt mit ihrer Person dafür, dass die Geräte auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

So teuer ist das Zeug doch nicht, vielleicht gibt sich der eine oder die andere einen Ruck oder hat gar einen Kontakt zu einer spendefreudigen Firma? Einfach melden: theakoss@t-online.de

 

Januar 2013

Ärgerliche Fahrplanänderung

Nachdem die „Osprey“ in neue Hände überging, muss sich Carriacou seit einiger Zeit mit einer einmaligen täglichen Fähr-Verbindung von bzw. nach Grenada begnügen. Wer von Grenada nach Carriacou will, fährt morgens um neun von der Anlegestelle in St. George´s ab, in die umgekehrte Richtung geht es nachmittags um 3.30 Uhr. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer, denn es bedeutet immer eine Übernachtung in Grenada. Deshalb empfiehlt sich nun die Option, auf den SVG-Flieger umzusteigen – allerdings hat man bei Flügen, die nach 15 Uhr in Grenada landen, kaum noch eine Chance auf einen Anschlussflug. (Die Pläne zur Neugestaltung unseres „Lauriston Airports“, die Landungen auch nach Sonnenuntergang ermöglichen sollen, sehen immer noch gut aus – und sind noch immer Pläne …). Bei vielem Gepäck sollte man ebenfalls überlegen, ob die zusätzlichen Kosten bei SVG dann Sinn machen. Immerhin bleibt es eine – manchmal recht gute – Alternative. Da es zudem die einzige ist, sollte man nun frühzeitig buchen, um sich einen Platz zu sichern.

Osprey am Jetty

November 2012

Bye bye, Bow!

Mit nur 51 Jahren ist Joseph Edmund, uns allen bekannt als „Bow“ von der Hardwood Bar, am 11. November gestorben. Wir vermissen dich auf „deiner“ Bank, oft grummelig, aber im Stillen verlässlich, einer, auf den man zählen konnte, wenn man sein Herz erobert hatte; einer, der ohne große Worte half. Und ein humorvoller Mann, manchmal gepackt von unbändiger Lebenslust, und dann schmiss er die legendären Stegreif-Parties in der Hardwood, und wenn die Boxen dröhnten, konnte man sich entweder vom Acker machen oder sich schlicht ergeben – was wir immer taten, wild tanzend, lachend, trinkend, nachdem wir zuerst entnervt die Köpfe geschüttelt hatten. Und Bow war ein guter, ein eleganter Tänzer, so wie er auch ein sehr charmanter Mensch sein konnte. Und er war ein Vater, der seinen Sohn über alles liebte.

Du wirst uns sehr fehlen. Uns und den vielen Menschen, denen du mit der „Hardwood“ einen Ort der Begegnung geschaffen hast, wo Fremde und Einheimische miteinander ins Gespräch kommen konnten, wo niemand alleine sitzen musste, wo Dialoge ermöglicht wurden, wo sich so viele Menschen aus so vielen Ländern trafen, für einen netten Abend und für Freundschaften fürs Leben.

Thank you, Bow, we love you.

Bow

Herbst 2012

Die Einwohner des Drei-Insel-Staates stöhnen unter den hohen Energiepreisen des Monopolisten GRENLEG. Nun gibt es erfreuliche Neuigkeiten: Am 12. September wurde auf Top Hill der Grundstein zum ersten Windpark der Insel gelegt. Mit einer Produktion von einem bis zwei Megawatt soll die Anlage den Dieselverbrauch drastisch reduzieren – um 40 bis 60 Prozent. Das fünf US-Millionen teure Projekt wird mit 3,2 Mio. Dollar von der EU finanziert, die restlichen 1,8 Mio. übernimmt GRENLEC. Premierminister Tillman Thomas sprach bei der Feier von einem „historischen Moment für Grenada“. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2014 geplant.

Bauplatz für ein Windkraftwerk